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Der Titan Prometheus trotzte der souveränen Macht des Göttervaters Zeus und brachte den Menschen das Feuer. Er ist einer der großen Rebellen der europäischen Mythologie, und so zeigte ihn schon Aischylos in seiner gleichnamigen Tragödie, die eine der wichtigsten literarischen Quellen des Mythos darstellt. Zu allen Zeiten wurde er kontrovers diskutiert, sowohl in seiner Variante als „Prometheus Pyrophoros“, als auch als „Prometheus Plasticator“. Als Schöpfer des Menschen wurde er auch mit Christus verglichen. Während des neunzehnten Jahrhunderts verwandelte sich die Gestalt zum Symbol eines, der die Ketten der unterdrückten Menschheit sprengt. So interpretierten ihn zumindest die Marxisten und die Arbeiterbewegung überhaupt, wenn sie die Ankunft eines neuen Befreiers des Proletariats herauf beschworen. Autoren wie Goethe (Prometheus) oder Percy B. Shelley (Prometheus Unbound) ließen sich von seiner Kraft verführen, und manchmal wagten Künstler damals schon innovative Übertretungen (Mary Shelleys Frankenstein; or the Modern Prometheus).
Im 20. und dem
beginnenden 21. Jahrhundert stößt die Figur des Prometheus noch
immer auf künstlerisches Interesse: Gide (Prométhée mal enchaîné,
1899), Klaus Bertling und Johannes Menge (Prometheus: ein chorisches Spiel
vom Licht, 1933), Luigi Albini (Prometheo, 1953), Max Aub (Confesión de Prometheus N.,
1953), Ridley Scotts Film Prometheus
(2012), usw. All diese Facetten wurden auch
literaturwissenschaftlich interpretiert, und zwar von Raymond
Trousson (Le Thème dans la
littérature des Prométhée européenne, 1976) bis zu
Carlos Garcia Gual (Prometeo:
mito y literatura, 2009). Mit jedem neuen Lesen wird
dem griechischen Mythos eine neue Bedeutung hinzugefügt, die ihn
verwandelt, bereichert und ihn kulturell immer enger vernetzt.
Amaltea. Zeitschrift für Mythokritik bietet die Möglichkeit Artikel zu veröffentlichen, die „Prometheus als Rebell“ in einem zeitgenössischen Kontext (20. und 21. Jahrhundert) behandeln oder den Schwerpunkt auf die Rezeption antiker, mittelalterlicher und neuzeitlicher Texte in der zeitgenössischen Literatur und Kunst (20. und 21. Jahrhundert) legen. Die Studien können auch Aspekte aus den Bereichen der bildenden Kunst, der Musik und des Theaters behandeln. Darüber hinaus steht den Beiträgern die Auswahl der Texte und des literaturtheoretischen Ansatzes frei. Für die Bewertung der Artikel werden Kriterien wie Angemessenheit der vorgeschlagenen Themen, mythokritischer Ansatz, wissenschaftliche Arbeitsweise (kritischer Apparat und Bibliographie), Originalität, Qualität und Klarheit der Darstellung vorrangig berücksichtigt. Bei der Abfassung der Texte sind die redaktionellen Hinweise zu beachten. Es besteht außerdem die Möglichkeit in der Rubrik „Miscelánea“ kürzere Beiträge zur Rezeption anderer Mythen und zur Mythologie in der zeitgenössischen Literatur zu veröffentlichen. Darüber hinaus sind auch Besprechungen von Neuerscheinungen und wissenschaftlichen Veranstaltungen rund um das Thema Mythos willkommen.
Die Artikel in englischer, spanischer, französischer, deutscher, italienischer oder portugiesischer Sprache müssen vor dem 1. Februar 2012 als Word-Datei ohne Angaben des Verfassers bei der Redaktion der Zeitschrift (amaltea@filol.ucm.es) eingehen. Neben dieser Datei mit dem Beitrag ist eine zweite mit dem Namen des Verfassers, dem Titel des Artikels, einer E-Mail-Adresse und der akademischen Zugehörigkeit (Universität, Institution, etc.) hinzufügen. Die Korrespondenz mit der Zeitschrift Amaltea kann auf Englisch oder Spanisch erfolgen. Die Zeitschrift bestätigt den Eingang der Texte noch vor dem 1. März 2012. Für Informationen zum weiteren redaktionellen Verlauf siehe. Die nächste Nummer (4) wird dann im Oktober 2012 erscheinen.